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Lernräume gestalten: Bildungskontexte vielfältig denken (Einleitung)

Das Thema der 22. Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft #GMW14 ist die Gestaltung von Lernräumen. Die darin enthaltenen jeweils komplexen Begriffe ,Lernen‘, ,Räume‘ und ,Gestaltung‘ eröffnen vielschichtige Lesarten und Verbindungen. Lernende und Lehrende gestalten ihre Räume gemeinsam und der Begriff der Lernräume rückt die didaktische Gestaltung der Orte und Umgebungen des Lernens in den Mittelpunkt, mit denen und in denen sich Lernende und Lehrende gemeinsam auseinandersetzen. Gleichzeitig ist der Begriff der Gestaltung mit dem Gedanken der Bildung verknüpft, nämlich der reflexiven und der aktiven Verbindung der Subjekte mit Welt. Vor dem Hintergrund von Social Media und Mobile Learning steht die Gestaltung physischer und virtueller Lernräume vor besonderen Herausforderungen. Methoden, Lernwege oder -strategien der Lernenden verändern sich mit den Medien, was bedeutet, dass pädagogische Interventionen angepasst werden müssen. Aktuell betrifft dies z.B. das Verhältnis zwischen persönlichen Lernumgebungen und institutionellen Lernplattformen und deren unterschiedlichen Ausprägungen und Angeboten. Es ist insbesondere die Frage, ob und wie die Werkzeuge, die in Lernräumen kombiniert werden, reflexive und kooperative Prozesse der Konstruktion von Wissen bzw. des Erlangens von Erkenntnissen fördern oder ermöglichen. Die #GMW14 lädt dazu ein, das Thema Lernräume aus unterschiedlichen Perspektiven und Disziplinen zu diskutieren. Dabei sind dieser Tagungsband, die Konferenz und die Präsentationen ebenso konsequent als Lernräume konzipiert, die die Beteiligten gestalten können. Zu welchem Ausmaß und mit welchem Erfolg das gelingt, bleibt weiterhin gleichsam ein Experiment. Festzuhalten bleibt, dass die Organisation einer Tagung im Wesentlichen das Bereitstellen von Lernräumen bedeutet und sowohl Vortragende als auch das Publikum zur aktiven Gestaltung aufgerufen sind. Das Format „EduCamp meets GMW“ macht dies zum Prinzip und bietet allen Teilnehmenden der wissenschaftlichen Tagung die Möglichkeit, bestimmte Themen durch niederschwelligen Zugang einzureichen und zu diskutieren. Die Beiträge dieses Sammelbandes und der Tagung sind Workshops und Vorträge im Langformat (Papers). Eine Besonderheit sind „flipped conference“-Beiträge, die explizit fordern, von den Teilnehmenden vor der Veranstaltung in bestimmter Weise rezipiert und vorbereitet worden zu sein, um die Teilnehmenden während der Konferenz in eine enge Diskussion aktiv einzubeziehen. Beiträge im Kurzformat sind Projektkonzepte, die Austausch und Feedback suchen, Hands on-Sitzungen, Praxis- und Werkstattberichte sowie Visionen & Konzepte. Dieser Tagungsband ist kein isolierter Sammelband, sondern steht im Kontext der im Rahmen der Tagung entstehenden Medien und Texte. Insofern versammelt die Website www.gmw2014.ch die einzelnen Beiträge, die parallel kommentierbar als Wiki-Buch erscheinen, das OpenAccess-Buch als PDF, die Folien der Präsentationen, die Aufzeichnungen der Keynotes, die ausgestellten Poster, Videokommentare und Zusammenfassungen der Teilnehmenden usw. Diese Vielfalt bietet eine umfangreiche Zusammenschau und facettenreiche Zugangsweisen zum aktuellen Diskurs zu „Medien in der Wissenschaft“ in der Bandbreite architektonischer Gestaltung von Hochschulräumen bis hin zur Softwaregestaltung aus Sicht der Informatik. Insofern eröffnet das Kapitel Lernräume gestalten – physisch und digital die Perspektive auf verschiedenste Raumbegriffe an der Schnittstelle zwischen analog und digital. Das Kapitel Eigenräume und Freiräume: Persönliche Lernumgebungen versammelt Beiträge, in denen die Heterogenität der Lernenden und ihre eigenen Aneignungspraktiken und Zugangsweisen zu Welt im Vordergrund stehen. Lernräume gezielt gestalten: Perspektiven von Hochschul- und Mediendidaktik nimmt die Gestaltung von Lernräumen durch Dozierende und Lehrpersonen in den Blick und präsentiert exemplarische Anwendungsfelder. Die Beiträge im Kapitel Unkonventionelle Räume befassen sich gezielt mit der Konferenz als Lernraum. Beide werden auf der Konferenz als „flipped conference“ umgesetzt und fordern von den Teilnehmenden aktive Beteiligung und bestimmte vorherige Vorbereitung. Massive Open Online Courses (MOOCs) im Sinne von Kursräumen sind auch in diesem Jahr ein viel diskutiertes Thema, wobei die Gestaltung von Videos in diesem Rahmen spezifisch beleuchtet wird. Das Kapitel Spielräume: Gamification und Spielelemente in Lernräumen ordnet das Thema in die Hochschuldidaktik ein und zeigt unterschiedliche Aspekte und Anwendungsfelder auf. Die Unterstützung der Strukturen zur Gestaltung von Lernräumen an Hochschulen betrifft einerseits das Vorhandensein und die Gestaltung politischer und konzeptioneller Strukturen an Hochschulen, aber auch physische Infrastrukturen zum Lehren und Lernen mit digitalen Medien. Das Kapitel Raumwechsel: Institutionelle Lernumgebungen im Kontext digitalisierter Alltagswelt befasst sich mit unterschiedlichen Perspektiven auf Lernplattformen, deren Gestaltung und Implementierung sowie verschiedenen Anwendungsfeldern. Softwaregestaltung ist Raumgestaltung, ist der Imperativ des letzten Kapitels und verdeutlicht die Bedeutung, die der Programmierung von Software als pädagogisch-didaktische Gestaltungsleistung und der damit verbundenen Verantwortung gegenüber den Anwendern zukommt.

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