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Digitale Lernräume an Hochschulen schaffen: E-Learning-Strategien und Institutionalisierungsaspekte

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Claudia Bremer, Martin Ebner, Sandra Hofhues,
Oliver Janoschka, Thomas Köhler

Zusammenfassung

1 Leave a comment on paragraph 1 0 Zur Schaffung digitaler Lernräume an Hochschulen und Universitäten braucht es geeignete Supportstrukturen für Lehrende und Studierende, die die Bereitstellung von Infrastruktur und auch die mediendidaktische Unterstützung der Lehrenden z.B. bei der Entwicklung entsprechender Veranstaltungskonzepte umfassen. Hochschulen und Universitäten sehen sich nach wie vor die Aufgabe gestellt, den Herausforderungen des Einsatzes digitaler Medien in der Lehre zu begegnen.

2 Leave a comment on paragraph 2 2 Insbesondere ist zu klären, wie sie auf die damit verbundenen Anforderungen und Möglichkeiten reagieren wollen, um anschließend geeignete Maßnahmen zu konzipieren und umzusetzen. Während einige Institutionen sich dieser Aufgabe seit einiger Zeit stellen, setzen sich andere erst langsam mit den anstehenden Fragestellungen auseinander, mitunter wird das besondere Wissen einzelner Organisationseinheiten auch übersehen oder vergessen.

3 Leave a comment on paragraph 3 0 Die zentrale Dimension für eine qualitätsvolle und wirtschaftliche Nutzung ist die Einrichtung geeigneter Supportstrukturen für Lehrende und Studierende, die die Bereitstellung von Infrastruktur und auch die veranstaltungsspezifische mediendidaktische Unterstützung der Lehrenden gewährleisten.

1   Einleitung in das Themenfeld

4 Leave a comment on paragraph 4 0 Hochschulen und Universitäten sehen sich nach wie vor die Aufgabe gestellt, den Herausforderungen des Einsatzes digitaler Medien in der Lehre zu begegnen. Insbesondere ist zu klären, wie sie auf die damit verbundenen Anforderungen und Möglichkeiten reagieren wollen, um anschließend geeignete Maßnahmen zu konzipieren und umzusetzen. Während einige Institutionen sich dieser Aufgabe seit einiger Zeit stellen, setzen sich andere erst langsam mit den anstehenden Fragestellungen auseinander, mitunter wird das besondere Wissen einzelner Organisationseinheiten auch übersehen oder vergessen.

5 Leave a comment on paragraph 5 0 Eine Dimension, die in diesem Zusammenhang betrachtet werden kann, ist die Einrichtung geeigneter Supportstrukturen für Lehrende und Studierende, die die Bereitstellung von Infrastruktur und auch die ­mediendidaktische Unter­stützung der Lehrenden z.B. bei der Entwicklung entsprechender Ver­anstaltungskonzepte vorsehen. An einigen Hochschulen umfassen diese Support­maß­nahmen auch Angebote für Studierende oder sogar den Einsatz von Studie­renden als so genannte (e-)Tutorinnen und Tutoren zur Unterstützung von Lehrenden. Vielerorts wird auch Unterstützung im Bereich Medienproduktion, Ver­anstaltungsaufzeichnung und bei der Erstellung digitaler Lernprogramme geleistet.

6 Leave a comment on paragraph 6 0 In der Praxis findet man verschiedene Varianten und Ausprägungen solcher Supportstrukturen vor: Sie unterscheiden sich nicht nur, wie oben angedeutet, im Aufgabenspektrum, sondern auch hinsichtlich Größe und institutioneller Verortung. Zum Teil sind entsprechende Stellen und Leistungen zentral z.B. an Hochschulrechenzentren, zum Teil als eigene Einrichtungen oder als Aufgabenbereich innerhalb von hochschuldidaktischen Einrichtungen oder bei Medienzentren verortet (Kerres, 2001; Bremer & Kohl, 2005; Kleimann & Wannemacher, 2004; Seufert & Euler, 2005; Köhler, Neumann & Jentzsch, 2007). So kann auch die Frage der zentralen versus dezentralen Verortung entsprechender Stellen und Angebote in den Blick genommen werden: Neben zentralen Einrichtungen, z.B. den vielerorts etablierten E-Learning-Zentren, bestehen dezentrale Arbeitsstellen, wie sie z.B. die E-Learning Büros der Universität Hamburg darstellen, oder auch eine Kombination aus zentralen und dezentralen Strukturen (Beispiel CEDIS/FU Berlin, studiumdigitale/Uni­versität Frankfurt/Main, Universität Bochum, Medienzentrum/TU Dresden u.a.). Solche Verortungen begründen sich teilweise aus ökonomischen Aspekten, nach deren Überlegung die Bereitstellung bestimmter Serviceleistungen fachbereichsnah, während der zentralisierte Betrieb fachbereichs-, fakultäts- oder sogar hochschulübergreifender Infrastrukturen sinnvoll ist (Bremer et al., 2009; Neumann, 2009; Köhler et al., 2008). Teilweise ergeben sich institutionelle Verankerungen jedoch aus historisch gewachsenen Organisationsstrukturen sowie strukturellen und politischen Entwicklungen einer Institution, so dass es mitunter zu Einzelfalllösungen kommt.

7 Leave a comment on paragraph 7 0 Als weitere Dimension lässt sich eine zeitlich-dynamische Perspektive betrachten: Es ist zu beobachten, dass einige Universitäten und Hochschulen zu bestimmten Zeitpunkten und über bestimmte Zeitphasen intensiv entsprechende Investitionen vorgenommen haben und Maßnahmen ergriffen, zu einem späteren Zeitpunkt diese Maßnahmen und Einrichtungen jedoch wiederum abgebaut oder verändert haben (beispielsweise TU Darmstadt und Universität Zürich). Auch der Rückbau einzelner E-Learning-Landesinitiativen (vgl. Bremer et al., 2010) kann hierzu gezählt werden. Ein Ansatz, diese Entwicklungen zu verstehen und zu beschreiben können Innovationszyklen sein, die auf einzelne Hochschulen angelegt werden können. Entsprechend können Innovationsphasen und -typen, wie sie beispielsweise Rogers (1995) beschreibt, auf E-Learning bezogen werden, wie dies in den Arbeiten von Seufert und Euler (2003), Ihbe (2006) und Bremer (2009, 2010) aufgegriffen wurde.

2   Zielsetzung des Workshops

8 Leave a comment on paragraph 8 0 Im Rahmen des hier eingereichten Workshops sollen verschiedene Ausprägungen des Leistungsspektrums und der Institutionalisierung entsprechender Support­strukturen diskutiert und untersucht werden,

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  • •   um den Erfahrungsaustausch zwischen verschiedenen Akteuren und Ein­rich­tungen, die sich mit den oben genannten Fragestellungen befassen, zu unterstützen,
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  • •   um Hochschulen und Universitäten, die in diesem Bereich strategische Über­legungen anstellen und sich (weiter)entwickeln wollen, Orien­tie­rungs­hilfen anzubieten und
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  • •   unter dem Aspekt der Forschung ein Netzwerk aufzusetzen, das eine fundierte Untersuchung speziell von Institutionalisierungsaspekten im Anschluss an den Workshop ermöglicht.

3   Themen des Workshops

12 Leave a comment on paragraph 12 0 Entsprechend der oben genannten Ziele des Workshops ist die Behandlung folgender Themen und Fragestellungen vorgesehen:

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  • •   Das Spektrum möglicher Supportstrukturen wie auch die Aufgaben und das Selbst­verständnis verschiedener Einrichtungen (Leistungsspektrum) sollen im Kontext ihrer damit verbundenen impliziten und expliziten Hoch­schul­strategien betrachtet werden (s. bspw. Stratmann & Kerres, 2008).
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  • •   Dabei sollen auch die institutionelle Verortung von Supportstrukturen und Einrichtungen sowie die Vor- und Nachteile der verschiedenen möglichen Verankerungen betrachtet werden. Vor allem der Gegensatz zwischen Zentralisierung versus Dezentralisierung sollen dazu thematisiert werden (vgl. u.a. Neumann, 2009).
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  • •   Zugleich interessiert die Untersuchung der zeitlich-dynamischen Ent­wick­lung: Wie haben sich in Bezug auf das E-Learning die Hochschulstrategien verändert? Haben sich diese Veränderungen auf die Entscheidungen bzgl. Supportstrukturen (z.B. Verortung, Mittelausstattung, Leistungsspektrum) ausgewirkt? (Seit wann) gibt es eine explizite E-Learning-Strategie der Hochschule? Wie wirkt(e) sich die Ergreifung anderer Maßnahmen und paralleler Strategien wie Projekte zur Qualitätsverbesserung in der Lehre auf die Ausrichtung, das Aufgabenspektrum und die Ressourcenausstattung bzgl. E-Learning-Support­strukturen (darunter auch E-Learning-Einrichtungen und -Arbeitsstellen) aus?

16 Leave a comment on paragraph 16 0 Entlang der einzelnen Themen und Fragestellungen sollen auch mögliche Unterschiede zwischen verschiedenen Hochschularten, z.B. aufgrund unterschiedlicher Ressourcenlagen, in den Blick genommen werden. Im Hinblick auf die entsprechenden Hochschulstrategien soll abschließend auch auf aktuelle Perspektiven wie die Öffnung der Hochschulen in Richtung Weiterbildung, die Debatten und Maßnahmen rund um die Zulassung (Offene Hochschule), die Rolle von MOOCs und Veränderungen der Einsatzformen und -szenarien von E-Learning eingegangen werden. Dabei soll betrachtet werden, ob die aktuellen Supportstrukturen auch für eine zukünftige Ausrichtung von E-Learning zukunftsfähig sind und welche neuen Anforderungen ggf. auf Hochschulen und Universitäten in diesem Bereich zukommen (z.B. Verknüpfung mit Fragen und Bedarfen rund um die Themen Mobile Learning oder eScience). Auch die Einbettung von E-Learning-Supportstrukturen in das Gesamtkonzept einer möglichen Digitalisierungsstrategie, die alle Hochschulbereiche betreffen und damit auch Aktivitäten in den Bereichen Forschung, Transfer, Service und Steuerung umfassen, sind einzubeziehen.

4   Zielgruppe des Workshops

17 Leave a comment on paragraph 17 0 Zielgruppe des Workshops sind Akteure, die mit Aufgaben rund um E-Learning-Supportstrukturen befasst sind oder sich anderweitig, z.B. aus einer Forschungsperspektive oder als Angehörige von Nachbarinstitutionen mit der institutionellen Unterstützung beschäftigen, sowie Entscheidungsträger aus Hochschulen und interessierte Lehrende und Studierende sowie weitere Akteure im wissenschaftsnahen Umfeld.

5   Ablauf des Workshops

18 Leave a comment on paragraph 18 0 Im Verlauf des Workshops werden zuerst mehrere Universitäten und Hoch­schulen zum Einstieg kurze Inputs geben, in denen sie die Ausgestaltung ihrer Support­strukturen für das E-Learning vorstellen. Anschließend werden die einzelnen Themenbereiche diskursiv mit den Teilnehmenden bearbeitet, wobei auf die Erfahrungen der Inputgeber und der Teilnehmenden zurückgegriffen wird. Zum Abschluss werden Verabredungen bezüglich der weiteren Vernetzung vorgenommen. Sofern hinreichend Interesse besteht, planen die Autoren, ein vergleichendes Untersuchungsdesign aufzusetzen, das sich z.B. als eine Arbeitsgruppe der GMW oder als ein Beitrag des Hochschulforums Digitalisierung1 ausgestalten ließe.

Literatur

19 Leave a comment on paragraph 19 0 Bremer, C. (2009). eLearning durch Förderung promoten und studentische Projekte als Innovationspotential für die Hochschule. In N. Apostolopolous, H. Hoffmann, V. Mansmann & A. Schwill (Hrsg.), E-Learning 2009. Lernen im digitalen Zeitalter (S. 325–335). Münster: Waxmann.

20 Leave a comment on paragraph 20 0 Bremer, C. (2010). eLearning in Bildungseinrichtungen implementieren durch Anreiz­systeme, Organisationsentwicklung und Kompetenzerwerb. In. P. Bauer, H. Hoffmann & K. Mayrberger (Hrsg.): Fokus Medienpädagogik – Aktuelle Forschungs- und Handlungsfelder (S. 299–316). München: kopaed.

21 Leave a comment on paragraph 21 0 Bremer, C., Göcks, M., Rühl, P. & Stratmann, J. (2010). Landesinitiativen für eLearning an deutschen Hochschulen. Münster: Waxmann.

22 Leave a comment on paragraph 22 0 Bremer, C., Krömker, D. & Voß, S. (2009). Wirtschaftlichkeits- und Wirksamkeits­analysen sowie Vorgehensmodelle zur Einführung und Umsetzung von E-Learning an Hochschulen. In R. Holten & D. Nittel (Hrsg.), eLearning in der Hochschule und Weiterbildung. Einsatzchancen und Erfahrungen (S. 61–80). Bielefeld: Bertelsmann.

23 Leave a comment on paragraph 23 0 Ihbe, W. (2006). Das Bildungsportal Sachsen auf dem Weg zur Nachhaltigkeit; Workshop des Bildungsportal Sachsen, Leipzig; Online aufgerufen unter https://bildungsportal.sachsen.de/e135/e1485/e1510/html/ws110506.html am 31.05.2014.

24 Leave a comment on paragraph 24 0 Kerres, M. (2001). Zur (In-)Kompatibilität von mediengestützter Lehre und Hoch­schul­strukturen. In E. Wagner (Hrsg.), Virtueller Campus Szenarien, Strategien, Studium. Medien in der Wissenschaft (Band 14, S. 293–302), Münster: Waxmann.

25 Leave a comment on paragraph 25 0 Kleimann, B. & Wannemacher, K. (2004). E-Learning an deutschen Hochschulen. (Reihe Hochschulplanung, Band 165). Hannover: HIS.

26 Leave a comment on paragraph 26 0 Köhler, T., Neumann, J. & Jentzsch, D. (2007). Organisation des E-Learning. Band 1. Ausgangsanalyse am Beispiel der TU Dresden. Darmstadt: TUDpress.

27 Leave a comment on paragraph 27 0 Köhler, T., Neumann, J. & Saupe, V. (2008). Organisation des Online-Lernens; In: L. J. Issing & P. Klimsa: Online-Lernen. Ein Handbuch für das Lernen mit Internet. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag.

28 Leave a comment on paragraph 28 0 Neumann, J. (2009). Organisationsmodelle im E-Learning. Unterstützungsstrukturen für E-Learning an Hochschulen des Freistaates Sachsen. Dresden: TUDpress.

29 Leave a comment on paragraph 29 0 Rogers, E. M. (1995). The diffusion of Innovations (4. Aufl.). New York.

30 Leave a comment on paragraph 30 0 Seufert, S. & Euler, D. (2003). Nachhaltigkeit von eLearning – Innovationen. St. Gallen: Swiss Centre for Innovations in Learning.

31 Leave a comment on paragraph 31 0 Seufert, S. & Euler, D. (2005). Nachhaltigkeit von eLearning-Innovationen: Fall­studien zu Implementierungsstrategien von eLearning als Innovationen an Hoch­schulen. SCIL-Arbeitsbericht 4. St. Gallen: Swiss Centre for Innovations in Learning.

32 Leave a comment on paragraph 32 0 Stratmann, J. & Kerres, M. (Hrsg.) (2008). E-Strategy. Strategisches Informations­management für Forschung und Lehre. (Medien in der Wissenschaft, Bd. 46). Münster: Waxmann.

33 Leave a comment on paragraph 33 0 1   http://www.hochschulforumdigitalisierung.de/ (23.05.2014)

Source: http://2014.gmw-online.de/426/