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Forschungsorientiertes Lehren und Lernen mit Hilfe einer Forschungscommunity

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Petra Bauer, Kathrin Mertes, Adrian Weidmann

Zusammenfassung

1 Leave a comment on paragraph 1 0 Die Forschungscommunity ist eine dynamische Lern- und Informationsplattform rund um das Thema Forschung in der Medienpädagogik, die in den folgenden Semestern aufgebaut wird und forschendes Lernen ermöglichen soll. Abhängig von den Entwicklungen in Wissenschaft und Forschung sowie den Erfahrungen der Studierenden und Lehrenden wird sie hinsichtlich Aufbau und Inhalt sukzessive angepasst. Damit soll eine nachhaltige forschungsbezogene Lehre im Bereich der Medienpädagogik ermöglicht werden.

2 Leave a comment on paragraph 2 0 Langfristig dient die Community als Informations- und Arbeitsplattform für nachfolgende Semester und kann Ideen für Anschlussprojekte liefern. In diesem Sinne dient sie als permanenter Open Online Course (OOC).

3 Leave a comment on paragraph 3 0 Diese Plattform wird sich aus verschiedenen Bereichen zusammensetzen: Literatur­datenbank, Sammlung von Abschlussarbeiten, Hinweise zu externen Forschungs­projekten, Studien und Tagungen, Teilbereichen für die forschungsbezogene Lehre sowie eines Angebotsbereiches für externe Unternehmen und Institutionen, die Abschlussarbeitsthemen anbieten.

4 Leave a comment on paragraph 4 0 Die Einrichtung dieser Forschungscommunity wird in den Jahren 2014 und 2015 vom Gutenberg Lehrkolleg (GLK)1 der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Rahmen der Förderung von innovativen Lehrprojekten finanziell unterstützt.

1    Zielsetzung, Inhalte und Struktur der Forschungscommunity

5 Leave a comment on paragraph 5 0 Im Bachelor- und Masterstudiengang des Studienschwerpunktes finden in jedem Semester forschungsbezogene Lehrveranstaltungen statt. Diese sind in den Modulhandbüchern der Studiengänge verankert. Innerhalb der Seminare wird bisher entweder gemeinsam an einem Forschungsprojekt oder in Klein­gruppen an mehreren Projekten gearbeitet. Eine Vernetzung der einzelnen Projekte und Seminare gibt es nicht. Auch nach Ende der Semester sind die For­schungsprojekte für andere Studierende, die DozentInnen oder Dritte nicht einsehbar. Das möchten wir gerne ändern und die einzelnen Projekte transparenter und nachhaltiger gestalten.

6 Leave a comment on paragraph 6 0 In der „Forschungscommunity“ sollen die Forschungsprojekte, die im Rahmen der Forschungsseminare durchgeführt werden, nach einheitlichen Kriterien (Themenbereich, Fragestellung, Forschungsstand, begleitende Literatur, For­schungsmethoden, Methodendesign, Auswertungsverfahren und Ergebnisse) gesammelt und dargestellt werden.

1.1   Forschendes Lernen

7 Leave a comment on paragraph 7 0 Studierende sollten in Zeiten von Bologna nicht nur etwas über Forschung lernen, sondern innerhalb des Studiums selbst zu Forschern werden. Damit ist die Aufhebung der Grenze zwischen Lehre und Forschung zu verstehen. Im Sinne des forschenden Lernens werden Studierende in die Lage versetzt, selbst wissenschaftlich zu arbeiten, sich Themenfelder in Projekten anzueignen und forschend tätig zu werden (vgl. Euler, 2005). Forschendes Lernen ist mehr als eine aktivierende Lehrmethode. Die Studierenden übernehmen dabei nicht nur einzelne Aufgaben im Forschungsprozess, sondern sie werden in den gesamten Forschungsablauf eingebunden. Die Prozessanteile sind dabei das Finden einer geeigneten Forschungsfrage, die Auseinandersetzung mit dazugehöriger Theorie, die Entscheidung für eine passende Forschungsmethode, Datenerhebung und Auswertung sowie die Verschriftlichung und Präsentation der Forschungsergebnisse (vgl. Dürnberger et al., 2011). Gabi Reinmann bezeichnet dies als einen Forschungszyklus von Erfahrung-Reflexion-Kon­zeption-Experiment. „Forschende identifizieren aus der erfahrenen Praxis wissenschaftlich relevante Themen, reflektieren den Forschungsstand und formulieren Fragestellungen. Sie konzipieren Untersuchungspläne und entscheiden sich für Methoden, um dann eine Untersuchung durchzuführen und auszuwerten. Die Ergebnisse werden vermittelt und/oder angewandt und fließen in die Praxis zurück“ (vgl. Reinmann, 2013, S. 4).

8 Leave a comment on paragraph 8 0 Das forschende Lernen kann durch den Einsatz digitaler Medien unterstützt werden. So können Audio- und Videotechnologien als Werkzeuge für die Materialisierung und Dokumentation von Wissen eine wichtige Rolle spielen. Aber auch die Wissensteilung und die Kommentierung und Bewertung von Erkenntnissen kann durch digitale Medien ermöglicht werden. Beispiele hierzu sind Wissenschaftsblogs, Peer-Review-Verfahren, E-Portfolio und Wiki-Systeme (vgl. Reinmann, 2009).

9 Leave a comment on paragraph 9 0 An diesem Punkt knüpft die Idee der Forschungscommunity an: Sie will den Forschungszyklus unterstützen, indem sie erstens Informationen sammelt und zur Verfügung stellt, zweitens die Forschungsprozesse dokumentiert und drittens deren Ergebnisse präsentiert.

1.2   Inhalte der Forschungscommunity

10 Leave a comment on paragraph 10 0 Um die Potenziale des Wissensaustausches und der virtuellen Kollaboration zu verbessern, werden entsprechende Online-Werkzeuge (Foren, Chat, Online­dokumente, Wiki, Mind-Map, Konferenztool, …) zur Verfügung gestellt. Ergänzend dienen Verlinkungen zu weiteren Onlineseminaren des eigenen Arbeits­bereiches und anderer Hochschulen als Informationsmöglichkeit zum wissen­schaftlichen Arbeiten und zu Forschungsmethoden.

11 Leave a comment on paragraph 11 0 Die bisher geplante Struktur sieht folgende Inhalte vor:

  • 12 Leave a comment on paragraph 12 0
  • •   Bereich zu Forschungsprojekten innerhalb der Seminare. Eine mög­liche Struktur könnte folgende Themen beinhalten: Forschungsthema, Frage­stellung, Methoden und Methodenmix, Forschungsstand, Theorien, Aus­wertungs­dokumente und Ergebnisse, Konzepte für die Praxis.
  • 13 Leave a comment on paragraph 13 0
  • •   Materialiensammlung: Literatur zu Methoden der empirischen Sozial­forschung, wissenschaftlichem Arbeiten und dem Forschungstand innerhalb der Medienpädagogik. Sammlung von aktuellen Forschungs­ergeb­nissen mit der Angabe der Forschungsgruppen und möglicher Literatur.
  • 14 Leave a comment on paragraph 14 0
  • •   Informationsteil zu Abschlussarbeiten (Bachelor- und Masterarbeiten): Orga­ni­satorische Hinweise zum Ablauf dieser Studienphase. In einer Datenbank sollen die Themen bisheriger Abschlussarbeiten veröffentlicht werden. Zusätzlich könnte die Abrufbarkeit herausragender Arbeiten eingerichtet werden. Dieser Bereich kann eine thematische Orientierung bieten, Einblicke in relevante Literatur ermöglichen und Beispiele zum Aufbau wissenschaftlicher Arbeiten zeigen (vgl. Dürnberger, 2010). Außerdem soll in diesem Bereich eine Plattform für Betriebe und Institutionen, die forschungsorientierte Abschlussarbeiten zu vergeben haben, eingerichtet werden.
  • 16 Leave a comment on paragraph 16 0
  • •   Verknüpfung mit anderen Lehrangeboten wie z.B. Bildung allgemeiner Schlüsselkompetenzen im Studium, Methoden der Sozialforschung, etc.

17 Leave a comment on paragraph 17 0 Die Gestaltung der Community wird in Kooperation mit dem Medienzentrum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz durchgeführt. Das Medienzentrum unterstützt dabei sowohl bei der Auswahl einer geeigneten Plattform, der Gestaltung der Forschungscommunity als auch bei der Dokumentation von Forschungsprojekten.

18 Leave a comment on paragraph 18 0 Bei der Auswahl werden verschiedene Lernplattformen berücksichtigt, die vom ZDV oder vom Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz angeboten werden. Dazu zählen Moodle, Ilias, Share Point, Reader, Olat. Zusätzlich werden kostenlose Web-2.0-Tools wie Blogsoftware (WordPress) und Software für Kommunikation und Zusammenarbeit für Bildungseinrichtungen (Google Apps for Education) auf ihre Einsatzmöglichkeiten getestet. Diese Systeme werden vorab hinsichtlich ihrer Funktionen verglichen. Anschließend wird die Entscheidung für ein System in Abhängigkeit von vorab definierten Anforderungen getroffen.

2    Impulse für Strukturveränderungen im Fach/Fachbereich

19 Leave a comment on paragraph 19 0 Ziele dieser Forschungscommunity ist das Erreichen von Nachhaltigkeit der forschungsbezogenen Lehre im Studienschwerpunkt über einzelne Seminare und Semester hinaus sowie die Bereitstellung eines Systems für das Wissens­management innerhalb der Arbeitsgruppe. Die Forschungscommunity soll im Sinne eines Open Online Courses (OOC) für alle Studierenden offen sein und nicht nur innerhalb eines Seminars zum Austausch dienen (vgl. Robes, 2012). Die Teilnehmerzahl ist unbegrenzt. Somit werden innerhalb der forschungsbezogenen Veranstaltungen traditionelle Formen der Wissensvermittlung mit einem frei zugänglichen Onlineangebot verbunden. Die Studierenden stellen ihre Forschungskonzepte innerhalb des OOCs vor. Dies kann mit unterschiedlichen (medialen) Formen wie z.B. Videos, Texten, Foren, Gruppenarbeiten gestaltet werden. Die Lehr- und Lernplattform bleibt offen und wird nicht nach einem Semester geschlossen. Die Studierenden haben somit in anderen Studien­abschnitten Zugang zu forschungsbezogenen Materialien und können sich zum Beispiel in der Studienabschlussphase zu möglichen Forschungsfeldern und Themen zu Abschlussarbeiten informieren und Literaturempfehlungen zu Forschungsmethoden sichten.

20 Leave a comment on paragraph 20 0 Dieses forschungsbezogene Lehrangebot wird kontinuierlich formativ evaluiert. Anhand der Evaluationsergebnisse kann die Plattform inhaltlich und technisch verbessert und an die Bedürfnisse der Studierenden und Lehrenden angepasst werden.

21 Leave a comment on paragraph 21 0 Eine Übertragung des Konzeptes und einzelner Inhalte der Forschungs­community in andere Arbeitsgruppen und Studiengänge ist möglich und erwünscht.

3    Projektplan

22 Leave a comment on paragraph 22 0 Für die Einführung des Projektes ist zunächst ein Zeitraum von drei Semestern geplant. In den nächsten Semestern (SoSe 2014 bis SoSe 2015) wird die Forschungscommunity konzipiert, auf einem Lernmanagementsystem eingerichtet und mit den entsprechenden Inhalten und Onlinetools ausgestattet. Begleitend wird eine formative Evaluation unter den Studierenden und Lehrenden durchgeführt, anhand derer die Nutzungsmöglichkeiten und die Struktur immer wieder hinterfragt und entsprechende Anpassungen vorgenommen werden können. Anschließend soll das Lernmanagementsystem verstetigt und kontinuierlich aktualisiert werden.

Literatur

23 Leave a comment on paragraph 23 0 Dürnberger, H. & Hofhues, S. (2010). Gestaltung von Rahmenbedingungen für das forschende Lernen. Zeitschrift für Hochschulentwicklung, 5(2), 47–61.

24 Leave a comment on paragraph 24 0 Dürnberger, H. et al. (2011). Digitale Werkzeuge für das forschende Lernen. In
I. Jahnke & J. Wildt (Hrsg.), Fachbezogene und fachübergreifende Hochschul­didaktik (S. 167–175). Bielefeld: W. Bertelsmann Verlag.

25 Leave a comment on paragraph 25 0 Euler, D. (2005). Forschendes Lernen. In W. Wunderlich & S. Spoun (Hrsg.), Universität und Persönlichkeitsentwicklung. Frankfurt, New York: Campus. Verfügbar unter: http://www.edudoc.ch/static/infopartner/iwp_fs/2005/iwp27_250 105.pdf (15.01.2014).

26 Leave a comment on paragraph 26 0 Reinmann, G. (2013). Forschendes Lernen oder Bildung durch Wissenschaft. Hoch­schuldidaktische Überlegungen zum Kern universitärer Lehre. Redemanuskript 16.10.2013. Zeppelin Universität. Verfügbar unter: http://gabi-reinmann.de/?p=4374 (15.01.2014)

27 Leave a comment on paragraph 27 0 Reinmann, G. (2009). Wie praktisch ist die Universität? Vom situierten zum Forschenden Lernen mit digitalen Medien. In L. Huber, J. Hellmer &
F. Schneider (Hrsg.), Forschendes Lernen im Studium. Aktuelle Konzepte und Erfah­rungen (S. 36–52). Bielefeld: Universitäts Verlag Webler.

28 Leave a comment on paragraph 28 0 Robes, J. (2012). Massive Open Online Courses. Das Potenzial des offenen und vernetzten Lernens. Verfügbar unter: http://www.weiterbildungsblog.de/wp-content/uploads/2012/06/massive_open_online_courses_robes.pdf (16.01.2014).

29 Leave a comment on paragraph 29 0 1   GLK: www.glk.uni-mainz.de

Source: http://2014.gmw-online.de/136/